Fotoshow 10.07.2008 - 14.07.2008Island
Seydisfjördur über den Askja-Vulkansee bis zum Kverkfjöll
Kurze Zeit nach dem Anlegen fahren wir mit unserem Iveco zum ersten Mal auf isländischen Boden und schon stehen wir im Stau! Die Zollkontrolle vor der Hafenausfahrt zieht sich hin. Wir bekommen für die Windschutzscheibe des Autos einen bis Mitte August gültigen Zollaufkleber und müssen geduldig in der Schlange zur Zollkontrolle (Lebensmittel, Waffen, Angelzeug usw.) warten. Immer wieder wird ein Fahrzeug in eine Halle zur genaueren Kontrolle gewunken. Das Wohnmobil direkt vor uns muss in die Halle, darf aber gleich wieder rückwärts hinaus. Nach einigem Zögern winkt uns der Zöllner an der Halle vorbei und wir dürfen zum Glück ohne Kontrolle einreisen, denn ein wenig mehr als die erlaubten 3kg Lebensmittel pro Person hatten wir wohl schon dabei.
Zum richtigen Ankommen, gibt es auf dem ersten Pass in Richtung Egilsstadir an einem rauschenden Wasserfall zunächst eine kleine Kaffeepause. Im nächst größeren Ort Egilsstadir versorgen wir uns mit Allem, was wir nicht geschmuggelt oder schon Schild Malbik endar aufgegessen hatten, und fahren dann über die Straße 94 nach Norden. Gleich zu Beginn sehen wir zum ersten Mal das uns noch häufiger warnende Schild "Malbik endar" - Ende der Asphaltstrecke. Unser Ziel in Richtung Nordosten ist ein Vogelfelsen bei einen kleinen Hafen an der Küste bei Bakkagerdi. Hier gibt es Dreizehenmöwen, Eiderenten, Eissturmvögel und Papageientaucher aus nächster Nähe zu beobachten. Papageientaucher Nach einer ruhigen Nacht staunen wir über die Papageientaucher, die teilweise in ihrem bunten Schnabel gleichzeitig 8-10 kleine Fische zur Fütterung ihrer Jungen in ihre Nesthöhle bringen.
Unser weiterer Weg wird durch eine Wanderung in der Schlucht "Innra Hvannagli" aufgelockert, denn auf der kleinen Schotterstraße bis zur Ringstraße 1, die einmal komplett rund um Island führt, werden wir schon ein wenig durchgeschüttelt.
An der Abzweigung der 923 von der 1 entscheiden wir, zunächst einen kleinen Abstecher auf die unbefestigten Pisten des Hochlandes zu wagen. Erst geht es nach Brú und dann auf die F910 (das F kennzeichnet 4x4-Pisten) nach Aðalbol, wo zwei breitere, nur mit Allradantrieb befahrbare Furten von uns passiert werden müssen. Bei der ersten Furt (und später auch einigen anderen) steigen wir in die Angler-Wathose und prüfen Wassertiefe, Strömungsverhältnisse und Bodenbeschaffenheit. Die Tiefe überschreitet schon die normale Höhe von Gummistiefeln, sodass vor der Durchfahrt noch die Lüftungsschläuche der Achsen und des Luftfilters verschlossen werden müssen. Währenddessen passieren auch vom anderen Ufer verschiedene Allradfahrzeuge die Furt, so dass auch wir unsere erste Flußdurchfahrt wagen.
Weiter geht es über die steinige Piste bis zur asphaltierten Zufahrt zum Karahnjukar-Staudamm. Hier entsteht ein riesiger Stausee mit Kraftwerk, was auch bei den Isländern wegen der langfristigen finanziellen Abhängigkeit von amerikanischen Investoren und wegen der negativen Auswirkungen auf die Natur sehr umstritten ist. Das Aufstauen mehrerer großer Flüsse verändert die Landschaft im Hochland sehr stark und auch einige Wasserfälle existieren schlichtweg nicht mehr. So ist z.B. der reissende Fluß "Jökulsá á Dal", der die gewaltigste und schönste Schlucht Islands - die Hafrahvammargljufur - geformt hat, zu einem kleinen Rinnsal geworden. Am Stausee informieren wir uns über das riesige Bauprojekt, das erst 2009 fertiggestellt werden soll, wegen der langen Fülldauer aber bereits seit September 2006 zum Aufstauen des Wassers und seit Ende 2007 zur Energiegewinnung genutzt wird.
Danach fahren wir (ohne offizielles Begleitfahrzeug eigentlich verboten) über die Baustelle der Dammkrone des später bis zu 25km langen Hálslón-Sees und über eine sehr schlechte Strecke bis zu einem Parkplatz am Ende der Schlucht. Hier stehen schon einige Enten (2CV), die wir schon häufiger unterwegs getroffen Ententreffen hatten und die scheinbar durch die Furten geschwommen sind. Wir übernachten hier völlig allein, denn die Enten fahren noch weiter zu einem warmen Wasserfall, den wir erst morgen besuchen wollen. Das Ende der Schlucht läßt sich gut erwandern, obwohl einige Schilder vor Springfluten durch Öffnen des Stausees warnen. Immer noch beeindruckend ist die Tiefe und Schroffheit der Schlucht. Wie schön es gewesen sein muss, als sich hier noch die tosenden Fluten ihren Weg durch den harten Fels fraßen, lässt sich jetzt leider nur noch erahnen.
Einige Kilometer später in Laugavellir erholen wir uns im warmen Wasserfall und Pool von den "Strapazen" Warme Freiluftdusche der Wanderung, müssen aber unterwegs ein wenig warten, weil einige der uns entgegenkommenden und stark überladenen Enten auf der einspurigen Piste einen steilen Anstieg ohne Ausweichstellen hochgeschleppt werden müssen.
Unsere weiteren Ziele im Hochland sind der Vulkankrater Askja mit dem großen Kratersee Öskjuvatn und dem kleineren, dafür aber warmen Kratersee Viti. Der Weg dahin führt erst wieder zurück nach Brú, dann über die F910 und die F88. Hier gilt es viele Furten zu durchfahren, unterwegs treffen wir schon wieder auf einige Enten und müssen eine von ihnen aus dem reissenden Fluss ziehen, denn kurz vor dem rettenden Ufer war doch zuviel Wasser in ihren Verteiler eingedrungen.
Herrliche Lavalandschaften, gelbe, schwarze und rote Sandwüsten und bizzare Lavaformationen bilden hier auf vielen Kilometern unsere Kulisse. Es wirkt auf uns wie eine irreale Mondlandschaft, während wir uns langsam über die Gesteinsbrocken, Waschbrett- und Mahlsandstrecken dem Vulkan Askja nähern. Es ist die Landschaft des 5000km² großen Odaðahraun, das "Lavafeld der Missetäter". Doch selbst hier oben sind auch immer wieder Fahrradurlauber anzutreffen, die sich mit vollem Gepäck die Strapazen auf diesen schlechten Wegstrecken zumuten. Auf der scheinbar endlosen langsamen Fahrt begleitet uns für lange Zeit auch der Askja Kratersee und Viti Anblick des Herðubreið, eines 1682 Meter hohen und sehr langgezogenen Bergrückens.
Spät kommen wir auf dem Parkplatz beim Askja an und besichtigen den Vulkan am nächsten Morgen. Wir wandern durch Asche-, Schnee- und Lavafelder bis zum Kratersee, auf dem vereinzelt noch große Eisschollen schwimmen. Im benachbarten Viti nehmen wir vor der Rückkehr noch ein warmes Bad im schwefligen Wasser und können danach unseren Silberschmuck in schwarz bewundern. Es ist schon eine sehr ungewöhnliche und eindrucksvolle Badestelle, denn ringsherum ist der Kraterrand zu sehen und an einigen Stellen fauchen Schwefeldämpfe aus Spalten und Löchern im Erdreich.
Unsere Kverkfjöll Eishöhle Fahrt geht weiter an den nördlichen Rand des Vatnajökull zum Kverkfjallaleið. Wir benötigen drei Stunden für die 74km auf der steinigen Piste durch Lavagestein und Sandstürme.
Vom Campingplatz aus fahren wir morgens zum Gletscherrand über sehr steinige fünf Kilometer und durch eine sehr tiefe Furt (50-60cm) des Gletscherflusses mit steiler Ausfahrt. Es ist sonnig und somit sehr lohnend zur Eishöhle zu laufen, vor deren Betreten aber wegen des möglichen Lösens von Eisbrocken gewarnt wird. Uns ist der Anblick der Höhle das Risiko wert und wir werden durch die faszinierende Schönheit des Eises voll belohnt.
Den Rückweg aus dem Hochland treten wir über die F903 an, die am Hvannalindir, einer grünen Oase am Fluß mitten in der Lavawüste, vorbei führt. Uns beeindrucken aber auch immer wieder die kleinwüchsigen unterschiedlichen Blumen, die weitab von Flußläufen inmitten einer kargen Lavafbbelslandschaft immer wieder ein Plätzchen als Lebensraum finden.
Unterwegs geraten wir auch in einen heftigen Sandsturm und die Strecke fordert sehr oft den Einsatz des Allradantriebes, des Untersetzungsgetriebes und der Differentialsperre. Zum wiederholten Male treffen wir zwei Männer mit ihren Pickup, die in verschiedenen Hochlandpisten Zählschleifen und -geräte eingraben. Damit sollen die Fahrzeugzahlen auf den Pisten ermittelt werden. Was aufgrund der ermittelten Zahlen erfolgen soll, konnten wir leider nicht erfahren.

Fotoshow 15.07.2008 - 17.07.2008Island
Myvatn-See und Wasserfälle der Jökulsá á Fjöllum in Richtung Husavik
Bei der Fahrt zu unserem nächsten Ziel, die Region rund um den See Myvatn (Mückensee), kommen wir auch an einer ungewöhnlichen Tankstelle im Grassodenhaus vorbei. Namafjall Schlammpot Kurz vor dem Ort Reykjahlið am Myvatn halten wir beim geothermalen Gebiet Namafjall, wo wir bei kalter Witterung und leichtem Regen Solfatere, Geysire und heiss blubbernde Schlammlöcher besichtigen.
Nur wenige Kilometer südlich von Reykjahlið ist bei Grjótagjá eine große Lavaspalte mit langgezogenen Grotten zu erkunden, die mit Warmwasserseen gefüllt sind.
In Dimmuborgir ("Dunkle Burgen") sehen wir während einer längeren Rundwanderung sehr hohe Lavagebilde aus extrem rauer Aa-Lava, bevor wir im Ufergewässer des südlichen Myvatn bei Kalfaströnd liegende bizarre Lavaskulpturen Kalfaströnd erwandern.
Bei Skutustaðir steigen wir auf einige Pseudokrater, die durch Dampfexplosionen beim Zusammentreffen von glühender Lava und dem Seewasser entstanden und umrunden den Rest des Myvatn bis wir wieder nach Reykjahlið kommen.
Das Übernachten ist am Myvatn - wie in allen Nationalreservaten oder -parks auf Island - nur auf einem Campingplatz erlaubt und wir nutzen dies auch gleich zur Versorgung mit Trinkwasser und Entsorgung des Abwassers.
Am Morgen sehen wir uns das geothermische Kraftwerk beim Vulkan Krafla an, nachdem wir zuvor das naheliegende Solfatarengebiet Leirhnjukur und die riesige gleichnamige Lavaspalte erwandert haben. Der Krafla gehört zur aktiven Vulkanzone Islands und gerade dieses Gebiet ist stark ausbruchsgefährdet. Dadurch ist auch der Kraftwerksbau Krafla bedroht und wird sich vorraussichtlich wegen der drohenden frühzeitigen Zerstörung nicht rentieren.
Schon beim Baubeginn des Kraftwerkes gab es im Jahr 1975 Verzögerungen durch eine Spalteneruption des Leirhnjukur mit Erdbeben, Bodenhebungen und -senkungen sowie dem Austritt agressiver Gase.
Wir verlassen nun das Myvatn-Gebiet gen Osten und fahren einige schöne Wasserfälle des Flusses "Jökulsá á Fjöllum" über die F862, eine enge und raue 4x4-Piste, an. Es geht zum Dettifoss, dem größten Wasserfall in Europa. Dettifoss Auf der Westseite dieses Wasserfalles spritzt das Wasser von tief unten aus der Schlucht sehr hoch, der Wind treibt wahre Regengüsse von schmutziggrauem Gletscherwasser durch die Luft und alles in diesem Bereich wird durch das fein zerstäubte Wasser stark benässt. Das Fotografieren ist westlich nur mit Schutz der Kamera möglich; während die Touristen auf der Ostseite des Dettifoss trocken bleiben. Hier auf der Westseite jedoch ist die Gewalt des Wassers mit allen Sinnen spürbar: - das Tosen einer Wassermenge von über 200m³ je Sekunde - der Anblick des Wassers, das auf fast 100m Breite knapp 44m tief herabstürzt - sowie die feuchte Kälte und der Sandgehalt des Sprühregens lässt das Erlebnis hautnah werden.
Triefend nass wandern wir am Canyonrand noch ein wenig flussaufwärts, wo das Wasser im Selfoss nicht ganz so spektakulär und nur 13m tief fällt. Aber durch noch größere Breite und die Hufeisenform ist er trotzdem sehr sehenswert. Die Uferzone ist geprägt durch schroffe Steilhänge und sher hohe Felstürme
Hafragilsfoss Zu unserem weiteren Tagesprogramm gehört auch noch der einige Kilometer flussabwärts nach einer steinigen Landschaft folgende Hafragilsfoss. Dieser Wasserfall weist eine Fallhöhe von 27m auf und von hier aus ist ein schöner Einblick in die 25km lange, teilweise 500m breite und bis zu 200m tiefe Schlucht des Flusses "Jökulsá á Fjöllum" möglich.
Am nächsten Morgen fahren wir zunächst durch das Mündungsdelta der "Jökulsá á Fjöllum" bei Ásbyrgi und frühstücken später auf einem sehr schönen Picnicplatz hoch oben auf den Felsen über dem Nordatlantik an der Bucht Lónsón. Auf der Weiterfahrt nach Husavik geniessen wir den Ausblick auf die Küstenlandschaft mit den grünen Berghängen und schroffen Klippen am Meer.

Fotoshow 17.07.2008 - 22.07.2008Island
Husavik, Goðafoss, Sprengisanður, Akureyri, Borgarviki, Hvítserkur
Unterwegs ist es sonnig mit sehr viel Wind und wir sind froh, dass sich der Wind in Husavik, das wir auf der asphaltierten Ringstraße sehr schnell erreichen, ein wenig beruhigt.
Aufgrund der guten Wetterlage entschließen wir uns gleich die nächste Whalewatching-Tour mitzumachen. Wir bekommen in dem kleinen Hotelcafe, in dem einer der beiden Tourveranstalter residiert auch eine Platz und stechen zusammen mit etwa 30 Gästen in See. Hafragilsfoss
Schon bei der Hafenausfahrt unter strahlend blauem Himmel ergibt sich ein schöner Blick auf das Geschehen im Hafen und das Panorama mit den schneebedeckten Bergen des Viknafjöll auf der anderen Seite der Bucht Skjálfandi. Drei unterschiedliche Walarten können wir beobachten während sie für kurze Zeit ihren Rücken aus dem Wasser heben. Gut dass unsere Tourleiterin die Wale an ihren typischen Merkmalen erkennt, denn für uns ist es schwierig bei den kurzen Augenblicken Zum Abschluß gibt es auf dem Kutter noch die typische zuckersüße heiße Schokolade mit einer landesüblichen Zimtschnecke. Nach etwa dreistündiger Bootstour zurück im Hafen erkunden wir noch Husavik, was ein sehenswertes Walmuseum und ein Phallusmuseum zu bieten hat. Zum Übernachten fahren wir zu einer warmen Quelle etwas außerhalb von Husavik, wo sich bis nach Mitternacht immer wieder Einheimische in der überdimensional großen Edelstahlbadewanne entspannen.
Leider ist es am nächsten Tag regnerisch und die schöne Aussicht ist durch Stellwände zum Abhalten des kalten Windes blockiert, aber wir können uns noch vor dem Frühstück ganz allein im warmen Mineralquellwasser aalen.
Grenjaðarstaður Im weiteren Reiseverlauf zum Goðafoss besuchen wir noch den an einer Nebenstraße liegenden Torfhof Grenjaðarstaður mit einer kleinen Kirche von 1865, deren Glocken im Torbogen aus den Jahren 1663 und 1740 aus Deutschland geliefert wurden. Goðafoss Goðafoss bedeutet "Götterwasserfall", denn hier soll der Sage nach im Jahre 1000 der Häuptling Pórgeir seinen neuen christlichen Glauben angenommen und die alten Götzenbilder in den Wasserfall geworfen haben. Der Wasserfall ist nur etwa 10m hoch, aber durch die große Breite über die sich die Wasserfluten verteilen, ist er eine der Touristenattraktionen hier im Nordwesten.
Áldeyarfoss Über eine gut gewalzte Schotterpiste fahren wir mit fast 80 km/h weiter in Richtung des Sprengisanður am Bárðardalur entlang zun Áldeyarfoss. Hier stürzt der Gletscherfluß Skjáfandafljót auf seinem Weg etwa 20 m tief in einen Kessel aus schwarzen Basaltsäulen. Eine ruhige Übernachtung bei 5,1°C Außentemperatur und wie fast immer ganz allein rundet den Tag ab.
Am sonnigen Morgen besuchen wir noch einmal den Wasserfall, bevor wir nach kurzer Fahrstrecke noch einmal zu einem Wasserfall, dem Hrafnabjargafoss, wandern.
Weiter geht es ca. 50 km auf der holprigen Sprengisanðurpiste F26, die einige sandige Abschnitte und kleinere Furten aufweist. Die folgende F881 ist sehr steinig und teils mit großen Steinbrocken gespickt, so dass wir nur langsam die nächsten 30km in Richtung vorankommen. Das Laugafjell ist eine grüne Oase inmitten der kargen Hochlandbergwelt mit einer 38°C warmen Quelle, die geradezu zum Baden einlädt. Hier gibt es auch Schlafsackunterkünfte und eine Campingwiese, die Sanitäreinrichtungen sind sauber und selbst die Toilettenbecken sind geheizt.
Laugafjell Das Wohnmobil braucht nach der harten Beanspruchung auf den Pisten ein wenig Pflege und Schmierung, so dass wir uns erst danach ein ausgiebiges Bad gönnen. Ein heißer Bach speist die große mit Steinen umfasste Naturbadewanne und der Blick schweift auf die Gletscher des Hofsjökull und die blumenübersäten Wiesen. Eine sehr angenehme Stunde im warmen Wasser belebt die Geister und lädt zum Träumen ein.
Nach einem Bad am Morgen fahren wir auf der ruppigen, schmalen und steinigen F821, die auch sehr enge Serpentinen aufweist, in Richtung Akureyri. Sie führt aber durch eine schöne grüne Flusslandschaft, die uns für die Strapazen der Fahrt voll entschädigt.
Erst am frühen Abend erreichen wir Akureyri und schlendern durch das Fischerstädtchen, das mit seinen 15-tausend Einwohnern in der Einwohnerzahl gleich nach Reykjavik und dessen Vororten rangiert. Da uns Akureyri nicht besonders gefällt, fahren wir über die 82 bis Haugarnes, wo wir neben langsam zerfallenden Trockengestellen für Fisch einen Stellplatz am Hang des Fjordes Eyjafjöður finden. Mit dem Blick auf die gegenüberliegenden von Schneeresten bedeckten Berge geniessen wir die Ruhe abseits der Touristenströme.
Grafarkírkjar Auf der F82 geht es erst durch Dalvik bis Ólafsfjörður, bevor wir auf der Westseite des Tröllaskagi auf die 76 wechseln um am Skagafjörður gen Süden zu fahren. Die kleine Torfkirche von Gröf, die Grafarkírkjar, liegt inmitten einer Wiese und bietet nur Platz für etwa 20 Personen.
Mit leichtem Regen bei diesigem Himmel können wir leider die schöne Landschaft nur erahnen und fahren über die 75 und die frisch asphaltierte 744 weiter nach Blönduós am Húnaflói. Unser Ziel ist das aus bis zu 15m hohen Basaltsäulen bestehende "Burgdorf" Borgarviki an der 717. Am nächsten Morgen ist es fast trocken und wir erklimmen die Felsen, die eine kreisförmige Mulde umschließen und teilweise von Menschen einer früheren Zeit zu einer Burg aufgestockt wurden.
Hvítserkur Auf dem Weg zu einer Robbenkolonie über die 711 erkunden wir per Fernglas den dicht am Strand des Húnafjörður liegenden Vogelfelsen Hvítserkur. Dieser riesige Basaltfelsen regt auf Grund seiner Form die Fantasie an: für uns ist es ein großes Ungeheuer, das das Meer aussäuft. Aus Tierschutzgründen ist die Robbenkolonie in der flachen Bucht bei dem verfallenen Gehöft Hindisvik gesperrt und wir fahren unverrichteter Dinge weiter. Aber einige Kilometer weiter ist am Wegesrand ein kleiner Parkplatz zur Robbenbeobachtung eingerichtet. Ein kurzer Weg durch die Wiesen führt zum Strand, wo wir mit dem Fernglas tatsächlich auf einigen vorgelagerten Felseninseln die Robben entdecken. Hier sind sie sicherlich ungestörter, denn kaum ein Tourist wird sich schwimmend nähern.
In unserem weiteren Streckenverlauf kommem wir wieder einmal ein kurzes Stück auf der Ringstraße 1 bis nach Brú, von wo aus wir erst auf der asphaltierten 61 und danach auf der schlechten Schotterpiste 59 die knapp 40km breite Landbrücke zu den den Westfjorden. Leider können wir aus zeitlichen Gründen nicht die 800km entlang der vielen Buchten und tiefeingeschnitten Fjorde des Vestfiðir fahren - aber das werden wir bei einem zukünftigen Islandbesuch sicherlich mit einplanen. Auf der 54 im Hörðuðalur erschließen wir uns nun das Vesturland, das mit seinen Sand- und Lavafeldern sowie dem Gletscher Snaðefellsjökul als "Island en Miniatur" bezeichnet wird. Unser erstes Ziel ist der Hauptort der Halbinsel Snaefellsnes, das Fischerstädtchen Stykkishólmur.

Fotoshow 23.07.2008 - 25.07.2008Island
Vesturland, Bjarnahöfn, Snaefellsnes, Neshraun, Dritvík, Snaefellsjökull, Eldborgarhraun, Deildartunga, Hraunfoss, Barnafoss, Geitlandsjökull
Stykkíshólmskirkja Ein Spaziergang durch Stykkishólmur führt uns vom Hafen zur weißen modern gestalteten Kirche Stykkíshólmskirkja von 1992. Sie liegt auf einer Hochebene nahe den Klippen und ist einem Walfangschiff nachempfunden und bietet einen schönen Rundblick. Die Hafeneinfahrt und die im Hafen liegende Fähre zur Insel Flatey und den Westfjorden ist durch die Klippen gut vor den Wellen des Breiðafjördur geschützt. Nach einem kurzen Aufstieg zum Leuchtturm auf den Klippen geniessen wir den weiten Blick über das Meer. Faszinierend ist Wechseln des Lichtes, wenn die Sonne durch Wolkenlöcher die eine Insel im Licht erstrahlen lässt, während gleich daneben die Inseln dunkel abgeschattet sind. In den Lavafeldern am Meer finden wir ein ruhiges Plätzchen für die Nacht -nur einige Schafe leisten uns Gesellschaft.
Hákarl An der Nordküste des Vesturland fahren entlang schöner Fjorde nach Bjarnahöfn, wo wir das Museum zur Hai-Fermentierung besuchen. Hier sehen wir die Bearbeitungsschritte des Grönlandhai's, der keine Nieren besitzt, anschaulich dargestellt. Erst wird der 3-4m lange Fisch zerteilt und für etwa 6 Wochen weitab von bewohnten Häusern in durchlässigen Holzkisten gelagert, damit die im Fisch abgelagerten hochgiftigen Stoffwechselprodukte abfliessen können. Danach werden die Fischstücke in Trockengestellen für 4-6 Monate zum Trocknen aufgehängt, wobei intensiv Ammoniak freigesetzt wird. Nur durch diese kontrollierte Verrottung wird der Fisch überhaupt essbar - wobei der immer noch vorhandene Gestank uns jedoch vom Probieren der kleinen weissen Fischwürfel, die man Hákarl nennt, abhält.
Bei Sonne und Regen im Wechsel fahren wir über Grundarfjördur und Ólafsvik nach Ríf zu einem Vogelfelsen. An einem Sandstrand zwischen den Klippen machen wir eine kurze Pause, bevor wir über die Piste 579 mit großen Lavabrocken zu den Leuchttürmen von Öndverðarnes und Svörtuloft im Lavafeld von Neshraun an der schroffen Felsenküste holpern. Hier müssen wir gemeinsam mit französischen Vogelkundlern im Windschatten des Leuchtturms Schutz vor Sturmböen und heftigem Regen suchen und es regnet sich an diesem Tag leider ein.
Bei diesem Wetter ist es schwierig, die Vögel zu beobachten und sich das Felsentor in der wilden Brandung vor den Klippen anzusehen. Deshalb geht es weiter bis zur Bucht von Dritvík mit dem Strand Djúpalónssandur, der aus schwarzem Lavasand und glattgeschliiffenen Lavasteinen besteht und an drei Seiten von bizarren Lavafelsen umgeben ist. Djúpalónssandur Am nächsten Morgen machen wir einen fast trockenen Spaziergang durch die Lavafelder und können uns noch einige rostige Überreste und Trümmer des hier gestrandeten englischen Frachters ansehen.
Weiter geht es vorbei am Leuchtturm von Malarríf und der Felsenburg von Lóndrangar in Richtung Arnarstapi, wo wir bei einem kleinen Hafen einen Spazierweg zu stark von Dreizehenmöwen besiedelten Felsklippen und einem von der Brandung in den Fels genagten riesigen Basaltfelstor finden.
Arnarstapi Leider ist die Sicht mittlerweile sehr schlecht geworden und die Fahrt über die 570 direkt an den Gletscherrand des Snaefellsjökull führt uns auf der engen holprigen Piste bis in die Nebelwolken, so dass wir den Gletscher kaum sehen können.
Zurück an der Südküste stoppen wir noch in Ytri-Tunga, wo sich in einer Kolonie viele Robben auf den zerklüfteten felsigen Landzungen räkeln.
An der Küste entlang verlassen wir die Halbinsel Snaefellsnes und kommen auf der 54 durch das Lavafeld Eldborgarhraun bis nach Borgarnes am Borgarfjörður. Dort biegen wir in Richtung Nordosten ab, um wieder einmal einige schöne Ziele im Hochland anzusteuern. Zunächst ist dies der Hof von Deildartunga, wo durch heiße Quellen große Gewächshäuser für Tomaten, Paprika usw. beheizt werden. Bis zu 180 Liter kochendheisses Wasser pro Sekunde werden von den Thermalquellen in ein Pumpwerk geleitet, das die 40-60km entfernten Städte Borganes und Akranes mit Fernwärme versorgt.
Bis zu den beiden dicht zusammenliegenden Wasserfällen Hraunfoss und Barnafoss ist es nicht mehr weit und nach einer ruhigen Nacht können wir die Wasserkaskaden des Hraunfoss bewundern. Das Wasser quillt auf über einem Kilometer Länge unter einer Lavaschicht zwischen vielen grünen Büschen hervor. Beim Barnafoss rauschen grosse Wassermengen durch eine enge Schlucht und haben sich auch Löcher in den Felsen gefressen, wo das Wasser mit hohem Druck durchgepresst wird. Nach einer Erzählung sind hier ehemals an einem Weihnachtstag zwei Kinder (isländisch: Barna) von einer Felsenbrücke in den reissenden Fluß gestürzt. Daraufhin ließ die Mutter die Felsenbrücke zerstören und der Wasserfall kam so zu seinem Namen.
Weiter geht die Fahrt zu einigen großen Lavahöhlen innerhalb der erstarrten Lavaströme des Hallmundarhraun. Hier war vor etwa 1200 Jahren unter der erstarrten oberflächlichen Lava die noch glühende Lava abgeflossen, so dass sich bis zu 4 Kilometer lange Höhlen bildeten. Die Höhlen Súrtshellír, Stéfanshellir und die auch im Sommer mit Eiszapfen bestückte Íshellir sind auf eigene Faust zu erkunden, ca. 5-10 Meter hoch und zwischen 1600 und 1900 Meter lang. Geitlandsjökull Nach der Erkundungstour machen wir direkt an einem Gletscherfluss zunächst eine Kaffeepause und wagen uns bei der Abzweigung der Piste 551 mit unserem Allradmobil bis auf das Geröllfeld am Rand des Gletschereises des Geitlandsjökull, wo sonst nur die Speziallastwagen für Touristen fahren und Motorschlitten vermietet werden. An diesem Nachmittag sind allerdings keine Touristen mehr da und beim Lastwagen für Gletschereisfahrten mit Stühlen auf der Ladefläche wird ein Ölwechsel durchgeführt.
Nachdem unser Wohnmobil trotz Doris' Befürchtungen beim Drehen auf der abschüssigen Geröllhalde mit fußballgroßen rundgeschliffenen Bollersteinen nicht umgekippt ist, geht es zurück auf die Straße 550 bis zur sehr staubigen und steinigen 52 in Richtung Pingvellier.

Fotoshow 26.07.2008 - 28.07.2008Island
Pingvellier, Reykjavik, Blaue Lagune
Die 27km² große Thingstätte Pingvellier steht seit 1928 als "Ebene der Volksversammlung" unter Naturschutz und ist seit 2004 auch Unesco-Weltkulturerbe. Pingvellier Hier fand schon im Jahre 930 das erste der alljährlichen Treffen der isländischen Familienoberhäupter statt und es wurden neben der Verkündung von Gesetzen und Durchführung von Gerichtsverhandlungen mit Urteilsvollstreckungen auch sportliche Wettkämpfe durchgeführt. Pingvellir liegt in einer 40km langen und 10km breiten Talsenke in der aktiven Vulkanzone Islands an der tektonischen Bruchstelle zwischen den Kontinentalplatten Eurasiens und Amerika. Es sind große Lavaspalten und Schluchten entstanden, die sich auch heute noch verbreitern, weil die Kontinentalplatten weiterhin auseinanderdriften. Daher senkt sich der gesamte Bereich jedes Jahr im gleichen Maße; während eines Erdbebens im Jahre 1789 gab es innerhalb von 10 Tagen sogar eine Absenkung um 67cm.
Unsere geplante Wanderung durch die Schluchten zum Thingplatz endet in einer längeren Klettertour über große Lavabrocken, da wir den Wanderweg auf der Hochebene oberhalb der Schlucht verpassen.
Perlan Reykjavik Am Abend fahren wir noch zum naheliegenden Reykjavik und übernachten auf dem Hügel Öskjuhlið mit einem schönen Rundblick über die Stadt am großen Warmwasserspeicher "Perlan" aus Glas und Stahl. Hier wird geothermale Enrgie für Reykjavik und Umgebung gespeichert, so dass im Winter sogar die Straßen beheizt werden können. Die Besichtigung der Altstadt von Reykjavik ist nicht der große Hit, denn überall sind Strassenbaustellen und das Wahrzeichen, die außergewöhnliche Front der Hallgrimskirkja aus Beton, ist vollständig von Baugerüsten verdeckt. Am Nachmittag besuchen wir noch das größte Einkaufszentrum Islands, Kringlan und ergänzen unsere Vorräte. Seltún Ein wenig enttäuscht von der nördlichsten Hauptstadt der Welt - vielleicht hätten wir doch das abendliche Treiben geniessen sollen - fahren wir am Spätnachmittag noch zum Solfatarenfeld bei Seltún. Wir besichtigen in Ruhe das Solfatarenfeld mit einigen brodelnden Schlammpötten und dem farbenfrohen Erdreich, das durch die verschiedenen Chemikalien erzeugt wurde. Bei leichtem Nebel und Nieselregen geht es auf teilweise übelster Waschbrettpiste und kurzen Asphaltstrecken noch ein Stück die Küste entlang zu einem Vogelbrutfelsen mit Leuchtturm und Blaue Lagune einem naheliegenden geothermalen Kraftwerk. An einer kleinen Schlucht können wir auf der "Brücke zwischen den Kontinenten" mit einem Bein in Eurasien und dem anderen in Amerika stehen und freuen uns auf das nächste touristische Highlight für Doris - ein Besuch der "Blauen Lagune".
Die Blaue Lagune ist ein künstlicher See mit mineralhaltigem geothermalen Meerwasser, inmitten eines Lavafeldes. Er enthält Mineralsalze, Kieselschlamm und blaugrüne Algen, die der Lagune ihre unwirklich schöne milchigblaugrüne Farbe geben. Der weisse Kieselschlamm ist beliebt für Gesichts- und Ganzkörpermasken, es werden Massagen im Wasser angeboten. Saunen und Dampfbäder runden das Programm ab, das allerdings mit eienm relativ hohen Eintritt erkauft werden muss.

Fotoshow 29.07.2008 - 31.07.2008Island
Stóri Geysir, Geysir Strokkur, Hvitárvatn, Hveravellir, Haifoss
Auf dem Weg zum derzeit inaktiven Stóri Geysir, dem Namensgeber aller Geysire, halten wir noch kurz bei der Strandarkirkja, die aufgrund der vielen Spenden von Seeleuten die reichste Kirche Islands ist, obwohl sie keine Gemeinde hat.
Geysir Strokkur Der Stóri Geysir (Große Geysir) liegt inmitten eines Feldes mit verschiedenen heissen Quellen im Haukadalur und ist eines der Hauptziele aller Island-Touristen. Vor einigen Jahrzehnten ist der Stóri Geysir nach und nach inaktiv geworden, brach aber nach einem Erdbeben im Jahr 2000 nochmals für einige Zeit regelmässig mehrmals am Tag aus. Heute ist er kaum noch aktiv. Deshalb versammeln sich sehr viele Touristen rund um den kleineren Geysir Strokkur (Butterfass), denn dieser schickt etwa alle 8 Minuten eine bis zu 20 Meter hohe heisse Wasserfontäne in den blauen Himmel. Wenn die explosionsartige Entladung durch große Dampfblasen und das Hochwölben der Wasseroberfläche angekündigt wird, geht ein Raunen durch die Menge, während Sekunden nach dem Ausbruch das Wasser vollständig im Höllenschlund verschwindet. Nach einem kurzen aber steilen Aufstieg haben wir von den Königsteinen (Konungsstinar) einen schönen Rundblick über das Haukadalur (Tal der Habichte) sowie das Geysirfeld und geniessen ein wenig die Ruhe abseits der Touristenmengen.
Gulfoss Aufgrund der Empfehlungen der Reiseführer fahren wir weiter auf der 35, der Kjölur-Route, direkt am Gulfoss vorbei gen Nordosten in Richtung Hveravellir, einem weiteren Gebiet mit Thermalquellen und einem Badepool. Auf halbem Wege machen wir einen kleinen Abstecher über eine rauhe Piste zum Gletschersee Hvitárvatn beim Gletscher Langjökull, auf dem auch Eisberge schwimmen sollen.
Bevor wir zurück auf die 35 kommen. müssen wir durch eine breite, tiefe Furt, die wir zunächst wieder mit der Wathose erkunden müssen. Oben am anderen Ufer wird gerade ein Landy repariert, dem es unterwegs eine Bremsleitung zerrissen hat. Diese wird mit einer Schraube abgedichtet und mit Klebeband umwickelt. Auf dem Weg zur Werkstatt wird eben nicht mehr gebremst, sagen uns die drei Abenteurer.
Hveravellir Hveravellir liegt landschaftlich sehr schön, wirkt von der Anlage her aber etwas ungepflegt und ist von Touristen überlaufen. Deshalb ist der kleine Badepool mit ca.6m Durchmesser oft sehr voll und man muss sich ein Plätzchen in der Nähe des Heisswassereinlaufs suchen.
Hinter dem Badepool befindet sich ein kleines Thermalgebiet mit einigen blubbernden Heißwasserpötten mit bunten Farbablagerungen, einem dampfenden Minivulkan und bi zu 90°C heissen Quellen. Insgesamt gefällt uns diese Anlage nicht so gut wie Laugarfell, wir verlassen nach einer kurzen Badepause diesen Ort und fahren noch die ca. 95km Holperstrecke zum Gullfoss zurück. Haifoss Hier haben wir am Abend um 21:30 Uhr noch 22,3°C Aussentemperatur und damit wahrscheinlich die höchste Temperatur der Hochsommerabende auf Island.
Am Morgen versuchen wir noch bei der Touristeninfo ein freies Wlan zum Abladen der Webseite zu nutzen, doch die Verbindung ist nicht vernünftig nutzbar.
Somit starten wir zu unserem nächsten Ziel, dem Landmannalauga im Naturpark Fjallbak. Unterwegs machen wir einen Abstecher zum Haifossen, wo wir uns bei sonnigen Wetter ein wenig aufhalten und die Landschaft geniessen.

Fotoshow 01.08.2008 - 03.08.2008Island
Landmannalauga, Hvolsvöllur, Seljalandsfoss, Skogafoss, Kap Dyrhólaey, Mýrdalssandur, Eldhraun, Núpstaður, Skeiðararsandur
Die Allrad-Strecke der F208 führte durch Lavafelder und Sandwüsten und veränderte sich kurz vor dem Wandergebiet Landmannalauga hin zu einem bergigen und farbenprächtigen Landschaft. Die Haifoss Farben entstehen durch die chemischen Substanzen, die sich bei Dampfaustritten in farbigen Kristallen absetzen und den Boden einfärben. Die Berge hier bestehen aus gelb- und rotbuntem Rhyolit und schwarzen Obsidian. Aus der Lava fließt ein ca. 70°C heisser Fluß, der sich mit einem kalten Gletscherfluß mischt und somit einen gut temperierten Badeplatz bietet. Da hier aber derzeit eine Larve im Wasser eine Gesundheitsgefährdung darstellt, verzichten wir auf ein Bad, obwohl viele der Touristen hier die Warnung ignorierten. Der Campingplatz ist nur durch eine tiefe doppelte Furt zu erreichen, an der viele Gäste das Furten der Hochlandbusse und Allradfahrzeuge beobachten. Kurz nachdem wir uns auf dem Camping niederließen, wurde die Furt vom Grader entschärft, doch trotzdem war für Fahrzeuge ohne Allrad der Parkplatz vor dem Fluß die Endstation.
Leider war das Wetter am nächsten Tag ein wenig bedeckt, sodass sich die Farbenpracht auf unserer Wanderung leider nicht voll entfalten konnte.
Unsere Fahrt ging am Nachmittag weiter auf der F225 und führte uns in einiger Entfernung rund um den aktiven Vulkan Hekla durch schwarze Lavafelder, weiße Tuffsteingebiete und moosbedeckte Berghänge in Richtung Hvolsvöllur, wo wir an einem Bach übernachten. Hvolsvöllur liegt an der Ringstraße 1 und ist das Sagazentrum Islands, denn hier gibt es die Aufführung der Njall-Saga und das Saga-Museum, das einige Einblicke in das Leben der Wikingerzeit bietet.
Seljalandsfoss Am nächsten Tag steht der Seljalandsfoss auf unserem Program, bei dem wir auf einem Wanderweg hinter dem Wasserfall durch feinste Wassertropfen eingeweicht werden. Der nachfolgende Skogafoss stürzt ca. 60 Meter tief herab und kann durch ein steile Treppenanlage auch von oben betrachtet werden. In Skoga sehen wir uns noch das umfangreiche Heimat- und Volkskundemuseum, eines der größten auf Island, an. Es zeigt auch einen orignalgetreuen Torfhof mit vielen historischen Werkzeugen und seit einigen Jahren ist auch ein Technikmuseum angeschlossen.
Dyrhólaey Am Kap Dyrhólaey, dem südlichsten Punkt Islands, können wir noch einmal eine Kolonie von Pagageientauchern aus nächster Nähe beobachten und oben beim Leuchtturm das Brandungsloch in der 120m hohen Landzunge bewundern, das tief unten im wildbewegten Wasser sogar die Durchfahrt für Boote ermöglicht.
Am langen schwarzen Sandstrand von Vik machen wir Halt, verzichten aber auf Grund der eisigen Wassertempeartur auf ein Bad.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Nationalpark Skaftafell, durchfahren wir den Mýrdalssandur mit seinen endlosen Gletschersandflächen, die von breiten Gletscherabflüssen durchzogen sind. Gleich nach den Sandflächen kontrastiert dazu das etwa 24 km lange bewachsene Lavafeld des Eldhraun mit seinen sanften Hügeln. Die bizarren Lavasteine bsind von jahrhunderte alten Moospolstern überwachsen und scheinen daher aus einer glatten und weichen Oberfläche zu bestehen.
Núpstaður Am Gehöft Núpstaður befindet sich unterhalb der Felsen von Lómagnúpur die kleinste Torfkirche Islands, die auf etwa 6x2,5 Metern acht Sitzen und bis zu 35 Personen Platz bieten soll.
Der Skeiðararsandur ist von vielen Gletscherflüssen durchzogen, so dass die Strasse auf einem Damm verlegt und mit vielen Brücken versehen ist, die teilweise bei Gletscherläufen der Flüsse auch kurzfristig abgebaut werden können. Gletscherläufe entstehen, wenn der Wasserspiegel eines Gletschersees unter dem Eis des Vatnajökull durch vulkanische Aktivität schnell ansteigt. Hier ist unter dem Eis der unberechenbare aktive Hvannadalshnjúkur, der zweitgrößte Vulkan Europas verborgen, der bei einem Ausbruch das Eis schmelzen läßt. Dadurch wird der Eispanzer angehoben und es können riesige Wassermengen in Richtung Meer ausströmen. Die Fluten überschwemmen dann für mehrere Tage mit ihrem braunen schlammigen Wasser das Tiefland und reissen ungesicherte Brücken mit sich. Daher kann durch den vorhergehenden Abbau von Brücken der Schaden begrenzt und die Befahrbahrkeit der Ringstraße relativ schnell wieder hergestellt werden.

Fotoshow 03.08.2008 - 07.08.2008Island
Skaftafell, Breiðarlon, Jökulsarlón, Suðurdalur, Egilsstaðir
Im Nationalpark Skaftafell angekommen, erwandern wir den Svartifoss, Svartifoss der am Rande wie Orgelpfeifen angeordnete große schwarze Basaltsäulen freigelegt hat. Nach der Nacht auf dem riesigen Campingplatz, denn hier ist ein grosses Wandergebiet mit der Möglichkeit zur Erkundung des Gletschers, erwartet uns strahlender Sonnenschein bei einer Tour zum Skaftafellsjökull, dessen Eis vom Lavasand schwarz gefärbt ist. Breiðarlón Auf der Weiterfahrt halten wir noch am Svinafelljökull, dem Kviárjokull und am Breiðarlón, einem Gletschersee des Breiðamerkurjökull. Zum Breiðarlon führt eine kurze Holperpiste mit einem großen Parkplatz, wo sich schon einge Touristen aufhalten, denn hier schwimmen die ersten großen Eisberge und wer Glück hat kann das Kalben des Gletschers beobachten. Amphibienfahrzeuge am Jökulsarlón Noch mehr an Eisbergen und eine direkte Verbindung des nachfolgenden viel größeren Jökulsarlón, sind die Grundlage für ein touristisches Vergnügen der besonderen Art: mit kleinen Amphibienbooten kann eine Bootsfahrt zwischen den großen Eisbergen auf dem Gletschersee erfolgen. Auf Grund des schönen Wetters entschließen wir uns zu einer solchen Bootstour, steigen nach kurzer Wartezeit auf ein Amphibienfahrzeug und lassen uns durch die blaugrüne See mit den hellbau bis hin zu glasklar schimmernden oder milchigweißen Eisbergen schippern.
Eisberge im Jökulsarlón Die Boote fahren wegen des Gefahr des Eisabbruchs leider nicht sehr nah an den Gletscherrand, doch auch so ist es ein Erlebnis, die Eisberge dicht aus der Nähe zu sehen und das aus dem Wasser gefischte etwa 12-tausend Jahre alte Stück Gletschereis zu fühlen.
schmelzende Eisberge Während wir unser Abendessen am schwarzen Strand des meerseitigen Parkplatzes zubereiten, schwimmen bei ablaufendem Wasser kleinere Eisberge durch den Kanal vom Jökulsarlón ins Meer. Einige kleinere glasklare Gebilde aus Eis werden am Strand angespült und funkeln in der Abendsonne, während größere Eisberge den Weg ins offene Meer finden und dort ihrem Zusammenschmelzen entgegenschwimmen.
Beim strahlenden Sonnenschein am kommenden Morgen geniessen wir noch einmal das Schauspiel der verschiedenfarbig schimmernden Eisberge und können auch einige Robben beobachten, die sich ihren Weg zwischen den Eisbergen suchen.
Entlang der Fjorde führt unser Weg zwischen dem Meer und den eisbedeckten Bergen in Richtung Höfn, wo wir ein wenig einkaufen und bei der Feuerwehr ein offenes WLan für unsere Internetaktivitäten finden. Schnell erreichen wir auf der asphaltierten Ringstraße Djúpivogur und fahren am Berufjördur entlang bis zur Abzweigung der unbefestigten 939, die zwar mit einem steilen Anstieg beginnt, aber von den vielen angekündigten Furten keine einzige mehr aufweist. Diese 20 Kilometer lange Strecke Axarvegur führt durch die Berglandschaft am Rande des Kistufell und bietet als Entschädigung für das Bergan-Quälen des Autos schöne Ausblicke zurück auf das Meer und in das Tal Suðurdalur. Kurz vor Erreichen der Ringstraße finden wir einen einsamen Stellplatz für die Nacht an einem dreistufigen Wasserfall. Hengifoss Etwa 33km nach dem Erreichen der Ringstraße (die bis zu diesem Punkt etwa 60 Kilometer länger und wohl nicht mehr besser als die kurze 939 ist) biegen wir auf die 931 ab, die an den sagenumwobenen Lagarfljót führt und fahren dort noch einmal gen Süden zur Mündung der Jökulsá í fljótsdal. Auf diesem Weg können wir das einzige zusammenhängende, aber künstlich angelegte Waldgebiet Islands sehen, in dem sich viele Wanderwege befinden. Wir unternehmen eine steil bergaufführende Wanderung zu zwei Wasserfällen. Der Litlanesfoss beeindruckt mit großen Basaltsäulen, während am Hengifoss rote und ockerfarbene Gesteinsstreifen das Bild prägen.

Fotoshow 07.08.2008 - 08.08.2008Island
Egilsstaðir, Seyðisfjördur, Rückfahrt
Norröna Seyðisfjördur Am späten Nachmittag vor der Rückverschiffung erreichen wir Egilsstaðir, erledigen letzte Einkäufe und suchen uns einen Stellplatz zur Nacht an einem parallel zum Lagarfljót liegenden See bei Fellabaer. Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir langsam nach Seyðisfjördur, stellen uns etwas außerhalb an den Fjord, und können nach kurzer Zeit das Einlaufen der Fähre Norröna beobachten. Mit etwas Wehmut eilen wir zurück zum Ort, besichtigen dort noch die kleine Kirche und stellen uns in die Fahrzeugreihe zum Einchecken. Thorshavn, Färöer Unser Mittagessen können wir nicht in Ruhe verspeisen, da wir schnell auf die Fähre gewunken werden. Hier dürfen auch wirklich nur die Fahrer mit ihrem Fahrzeug an Bord fahren, während alle anderen Passagiere über die Landebrücke auf das Schiff müssen. Oben an Deck läßt sich bei strahlender Sonne sehr schön das Laden der Fahrzeuge beobachten. Scheinbar konnte kaum ein Tourist das in mehreren Sprachen verteilte Merkblatt lesen, denn immer wieder müssen Bei- und Mitfahrer, genauso wie Doris, aus den Autos aussteigen und zu Fuß durch das Zollgebäude auf die Fähre laufen. Noch lange sitzen wir in der Sonne und gehen erst nach dem Ablegen der Fähre unter Deck, denn es wird beim Dunkelwerden schnell kühl. Das Bordleben kann beginnen. Am Morgen legen wir für zwei Stunden in Thorshavn auf den Färöer an und erreichen auf die Minute pünktlich am frühen Abend des nächsten Tages den Hafen von Hanstholm/Dänemark. Schon nach etwa 20 Minuten stehen wir an der Ampel im Hafen und befinden uns auf dem Landweg zurück nach Scharmbeckstotel.